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Georg Friedrich H ist, neben Johann Sebastian Bach, der bedeutendste Komponist des Barockzeitalters. Vor allem in den Gattungen Oper und Oratorium nehmen seine Werke einen singul Rang ein, mit dem sich kein anderer Komponist dieses Zeitalters messen kann. Neben den weltber Orchestersuiten Wassermusik und Feuerwerksmusik haben rund 40 Opern und 25 Oratorien, darunter Der Messias, bereits zu seinen Lebzeiten H Ruhm begr Damals wie heute stehen diese Werke im Zentrum des Interesses von Klassikliebhabern in aller Welt. Aber auch in vielen anderen g Musikgattungen seiner Zeit hat Georg Friedrich H bedeutende Kompositionen hinterlassen.

H kam am 23. Februar 1685, im gleichen Jahr wie Bach, in Halle an der Saale als Sohn eines wohlhabenden Barbiers und Wundarztes zur Welt, der unter anderem als Hofchirurg des Herzogs von Sachsen Wei angestellt war. Sein Vater war zum Zeitpunkt seiner Geburt bereits 63 Jahre alt.

Die gesicherten Informationen zu H Kindheit sind d aber anscheinend erlernte er bereits mit sechs Jahren heimlich das Clavicordspiel und begann im Alter von neun Jahren zu komponieren. Nur eine einzige zuverl Quelle, eine Biographie, die 1760, im Jahr nach H Tod, in London ver wurde, erz von seinen fr Jahren. Dem Autor John Mainwaring zufolge begann H musikalischer Werdegang, als Herzog Johann Adolf I. den achtj Knaben in Wei Orgel spielen h Der Herzog erblickte in H augenblicklich ein gro Talent und den g unmusikalischen Vater dazu, seinen Sohn die Musikerlaufbahn einschlagen zu lassen.

In der Folge erhielt H bei dem bedeutenden Komponisten Friedrich Wilhelm Zachow, der nicht nur ihn, sondern auch Bach beeinflusste, eine grundlegende Kompositions und Instrumentalausbildung. Als sein Vater 1697 im Alter von 75 Jahren starb, war auch die au Bildung H bereits weit gediehen, worauf zum Beispiel ein h beeindruckendes Gedicht des Zw schlie l welches er f das Gedenkheft seines Vaters verfasste.

1701 machte der damals 20 j Komponist Georg Philipp Telemann in Halle Station, um den, wie Telemann in seiner Autobiographie schreibt, schon sehr wichtigen Herrn H kennenzulernen. Aus dem Besuch ergibt sich [warum Tempus Wechsel?] eine dauerhafte K Im Jahr darauf beginnt H an der Universit Halle ein Studium der Rechtswissenschaften bei Christian Tomasius, jenem bedeutenden Gelehrten, dem es gelang, in Deutschland der Unsitte der Hexenprozesse ein Ende zu setzen.

Aber schon 1703 zog es H nach Hamburg, wo gerade das 1678 er erste deutsche Opernhaus aufbl Im dortigen Orchester spielte H Violine und sp Cembalo. Er freundete sich mit dem S Dirigenten und Komponisten John Mattheson an, gemeinsam bewarben sich die beiden M noch im selben Jahr um die Nachfolge des verstorbenen Dietrich Buxtehude in L Da allerdings die Tradition verlangt h dass der Nachfolger die Tochter Buxtehudes heiratet, verzichteten schlie beide M auf den Posten. Die Freundschaft mit Mattheson w nicht lange: Schwelende berufliche Rivalit f schlie zu einem ber gewordenen Degenduell der beiden jungen Komponisten vor der Oper am G und in der Folge zu einer lebenslangen Animosit

Am 08. Januar 1705 wurde H erste Oper Almira mit gro Erfolg in Hamburg aufgef Nur wenige Wochen sp legte er mit Nero nach, einer Oper, die als verschollen gelten muss. Selbiges gilt leider auch f seine n Opern Florindo und Daphne. 1706 reiste H auf eigene Kosten nach Italien, um die italienische Oper zu studieren. In Hamburg lie er zwei zum Bersten gef Kisten mit Kompositionen zur die ebenfalls verloren gegangen sind.

W der vier Jahre, die H in Italien verbrachte, weilte er in Rom, Neapel, Florenz und in Venedig, wo seine Oper Agrippina im Jahr 1709 den Durchbruch zu seinem eigentlichen, eigenen Opernstil markierte. Mit mehreren Opern und Oratorien sowie dem ber Dixit Dominus begr H in Italien seinen internationalen Ruhm. Zahlreiche Anekdoten berichten von seinen Bekanntschaften mit den Gr der damaligen italienischen Musik. H der allgemein nur Il Sassone (der Sachse) genannt wurde, traf unter anderem mit Lotti, Corelli und den Scarlatti Br zusammen. Besonders bemerkenswert ist seine erste Begegnung mit Domenico Scarlatti im Rahmen eines venezianischen Maskenballes: Maskiert sa H am Cembalo und improvisierte, als Scarlatti den Saal betrat. Als dieser die Musik h soll er den Ausspruch ist entweder der ber Sachse, oder der Teufel selbst“ getan haben. 1709 erreicht H in Venedig das Angebot, als Hofkapellmeister an den Hof des Kurf Georg Ludwig von Hannover zu kommen. Er akzeptiert und tritt die Stelle im Juni 1710 an nicht ohne sich vorher der Erlaubnis zu versichern, dem Hof zwecks Reiseunternehmungen f l Zeitspannen fernbleiben zu d

Davon macht H schon Ende des selben Jahres Gebrauch: Er reist zum ersten Mal nach London, wo die triumphale Urauff seiner Oper Rinaldo, f die er seine mit Abstand popul Arie, Lascia ch’io pianga, komponiert, am 24. Februar 1711 den entscheidenden Wendepunkt in seinem bis dahin schon sehr erfolgreichen Leben markiert. H kehrt zwar im Sommer des folgenden Jahres noch einmal an den Hannoverschen Hof zur aber sein Entschluss, k in England zu leben, ist l gefallen. Im Oktober 1712 begibt er sich wieder nach London, wo er von Reisen abgesehen den Rest seines Lebens verbringt.

Im Oktober 1714 wird sein ehemaliger und eigentlicher Arbeitgeber, der Kurf von Hannover, zum britischen K Georg I. gekr Der K grollte H keineswegs, sondern bestellte ihn vielmehr unverz ein, damit er ihm aus seinen Werken vorspiele. F ein rauschendes Fest Georgs I. komponierte H drei Jahre sp die weltber Wassermusik, die von mehreren Orchestern, insgesamt vielen hundert Musikern, auf Booten aufgef wurde, die auf der Themse an der am Ufer lagernden Festgesellschaft vorbeifuhren. Der K verdoppelte H Gehalt und machte ihn zum Musiklehrer der Prinzessinnen.

Nach anf Diensten als Hauskomponist, zuerst beim Earl of Burlington, sp beim Earl of Carnavon, begannen im Fr 1719 H bewegte Jahrzehnte als Opernunternehmer, die bis 1741 andauerten. Man kann sich heute kaum mehr gew machen, was f ein hitziges, von allen Seiten leidenschaftlich betriebenes und diskutiertes Politikum die Oper im London (und auch in anderen europ Gro des Barockzeitalters gewesen ist. Mit der Oper wurden Verm verdient und verloren. Diffamierende Hasstiraden und ernstzunehmende Intrigen verfeindeter Anh sowohl gegeneinander als auch gegen K und Komponisten, sowie Pr im Zuschauerraum, die auch in regelrechte Stra ausarten konnten, waren durchaus nichts Ungew

Im Fr 1719 H die Leitung eines neuen Opernunternehmens, der Royal Academy of Music am King’s Theatre. F die Anwerbung einer S reiste er nach Dresden, wo er auch den enorm popul Kastraten Senesino engagieren konnte. Im April 1720 feierte die Kompanie einen ersten, rauschenden Erfolg mit H Radamisto. Parallel zu seinem Chef besch das Unternehmen gleichzeitig mehrere Komponisten. Vor allem in Giovanni Bononcini erwuchs H eine ernstzunehmende Konkurrenz um die Publikumsgunst, die die Opernanh in zwei Lager aufspaltete. Erst ab der dritten Saison gelang es ihm, Bononcini mit einigen seiner st Werke, darunter Giulio Cesare, Tamerlano und Rodelinda, zu Jedoch litt die Royal Academy zunehmend unter hohen Gehaltskosten und der immer popul werdenden englischen Volksoper (etwa John Gay’s Beggar’s Opera von 1728) und wurde nach der Saison 1728 aufgel Dezember 1729 er H gemeinsam mit dem Schweizer Impresario Heidegger, eine zweite Opernakademie am King’s Theatre, die monet nie wirklich erfolgreich war. Zum Jahresende 1733 gr sich zudem, mit Nicola Porpora als Komponisten, die rivalisierende Operngesellschaft Opera of the Nobility (Die Adelsoper), die den gr Teil von H S auch Senesino, abwarb und au Farinelli f sich gewinnen konnte. Als Heidegger auch noch das King’s Theatre an die Adelsoper vermietete, war H geschlagen.

Obwohl sich in der Zwischenzeit sein k Fokus auf das Oratorium ausgeweitet hatte, machte H nun im neu erbauten Covent Garden alleine weiter. Sein Unternehmen siechte zwar dahin, aber bis zum endg Bankrott 1737 schuf er mit Ariodante, Alcina und Orlando noch einige seiner gr Opern. Der Zusammenbruch von 1737 erfasste auch H Gesundheit: Ein Schlaganfall zwang ihn zu einem l Kuraufenthalt, von dem er allerdings vollst wiederhergestellt zur ins Jahr 1741 komponierte H zwar weiter Opern, aber seine Leidenschaft f dieses Fach erlosch zusehends. Seine Konzentration galt inzwischen Werken wie den Oratorien Saul und Israel in Egypt von 1738 oder den Concerti grossi von 1739.

1741 komponierte Georg Friedrich H sein wohl bedeutendstes Werk, das Oratorium Messiah. Die Urauff der in einem 23 Tage w ununterbrochenen Schaffensrausch entstandenen Gro fand in Dublin zugunsten von Schuldgefangenen und Armenkrankenh statt, woraus sich schnell eine Tradition entwickelte: H achtete in der Folge stets darauf, dass der Erl s Auff seines meistgeliebten Werkes armen und notleidenden Menschen zugute kam.

Bis 1752 lag sein Schwerpunkt nun auf ein bis zwei neuen Oratorien pro Jahr, meist komponiert nach alt testamentarischen Vorlagen. Zu den Feierlichkeiten anl des Endes des Erbfolgekrieges komponierte H 1749 seine ber Feuerwerksmusik. W der Arbeit an Jephta begann H 1751 zu erblinden. Er unterzog sich mehreren Augenoperationen, die s erfolglos verliefen. Ab Mai 1752 hatte er sein Augenlicht praktisch komplett verloren, was ihn allerdings nicht daran hinderte, auch weiterhin als Organist und Dirigent die Auff seiner Oratorien zu leiten. Noch eine Woche vor seinem Tod sa H bei einer Auff seines Messiah an der Orgel. Am 14. April 1759, einem Karsamstag, verstarb H als wohlhabender und hochgeehrter 74 j Mann in seiner Londoner Wohnung. Wir versorgen Sie mit aktuellen News aus der Welt der Klassik und Rezensionen zur Musik von Deutsche Grammophon, Decca, Mercury Classics und ECM New Series. Auf unserem Musikportal finden Sie außerdem die aktuellen Videos, Alben, Bilder und Videos sowie Konzert und Medien Termine großer Klassik Künstler und jungen Talenten. Unser Newsletterservice versorgt Sie wöchentlich mit aktuellen Informationen kostenlos und unverbindlich.
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