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Ursachen und Risikofaktoren für Darmkrebs: Genetische Faktoren begünstigen die EntstehungFachleute gehen heute davon aus, dass zirka 30 Prozent aller Darmkrebserkrankungen auf Vererbung zurückzuführen sind. Es sind mehrere Gendefekte bekannt, die zum Auftreten vererbbarer Erkrankungen mit erhöhtem Darmkrebsrisiko führen.

Familiäre adenomatöse Polypose (FAP)

Bei dieser Erbkrankheit ist der gesamte Dickdarm schon im Kindes und Jugendalter mit unzähligen Polypen übersät, die bösartig entarten können. Wenn die Erkrankung nicht behandelt wird, entwickelt sich fast ausnahmslos in einem Durchschnittsalter von 36 Jahren Dickdarmkrebs. Häufig muss dann der gesamte Dickdarm entnommen werden. Da gleichzeitig meist auch Veränderungen am Augenhintergrund vorhanden sind, ermöglicht die Augenhintergrundspiegelung eine schnelle Zuordnung zur Risikogruppe. Familienstammbaumanalysen und molekulargenetische Untersuchungen in Risikofamilien sind für die Frühdiagnose aufschlussreich. Auf diese Erkrankung sind weniger als ein Prozent der Dickdarmkrebserkrankungen zurückzuführen.

Bei diesem Gendefekt sind vier Gene verändert, die verantwortlich für Reparaturen an der Erbsubstanz DNA sind. Menschen mit dieser Erbanlage erkranken oft zwischen dem 40. und 45. Lebensjahr an Dickdarmkrebs. Zugrunde liegt dabei keine Polypose. Gehäuft treten auch Zweitkarzinome an Magen oder Gebärmutter auf. Bei entsprechender Familienstammbaumanalyse werden molekulargenetische Untersuchungen und Früherkennungsuntersuchungen in kurzen Abständen empfohlen. Im Dickdarm entsteht eine Vielzahl von Polypen, die bösartig entarten können.
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